Philipp Utz

Vorstandsmitglied Uzin Utz Gruppe

Beeinflusst von der COVID-19-Pandemie ist Uzin Utz, getrieben durch Philipp Utz, auf den eigenen Prüfstand gestellt worden. Eingeschränkter physischen Kundenkontakt und eine sprunghaft höheren Nachfrage nach den Produkten haben dazu geführt, dass die Herausforderungen der kommenden Zeit von Philipp Utz und seinem Team definiert und Lösungsansätze entwickelt wurden. Als Ergebnis dieses Prozesses liegt der Fokus auf einer erhöhten Digitalisierung, der Sicherstellung von Effizienz und Stabilität der Lieferketten sowie der Entwicklung einer Vorreiterrolle im Bereich Nachhaltigkeit. Das Besondere dabei ist, dass die Mitarbeiter/innen eine sehr große Bereitschaft gezeigt haben, diese Ziele mitzutragen. Damit möchten wir Philipp Utz und die gesamte Uzin Utz Group als Weiterdenker des Monats nominieren. Sie zeigen, wie man in einer Krisensituation zielstrebig und resilient agiert und diese Situation als Chance für die Zukunft wahrnimmt.
Wie sind Sie bei der Lösung der Herausforderungen der COVID-19-Pandemie vorgegangen?

Unserer Meinung nach war es elementar schnell Entscheidungen zu treffen und dennoch Ruhe zu bewahren. So haben wir uns früh dazu entschieden, einen Großteil der Belegschaft aus dem Home-Office arbeiten zu lassen und die Produktionsmitarbeiter weitestgehend in Ihren Schichten zu isolieren, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren und die Produktion aufrechterhalten zu können. Insbesondere galt es dabei den Informationsfluss untereinander sowie die Arbeit miteinander nicht zu beeinträchtigen. Für uns war es definitiv von Vorteil, dass wir schon vor der Pandemie die notwendige Infrastruktur für flexible Arbeitsmodelle und die virtuelle Zusammenarbeit geschaffen hatten. Eine verstärkte Kommunikation zu den Mitarbeitern sowie Kunden und Partnern hat sich als sehr positiv erwiesen, um schnell und flexibel auf mögliche Änderungen reagieren zu können. Dies half uns insbesondere bei der Sicherstellung unserer Lieferketten und der Bedienung der stark gestiegenen Nachfrage. All das wäre ohne das große Engagement unserer Mitarbeiter nicht möglich gewesen, welche sich schnell mit der neuen Situation zurechtgefunden und die einberufenen Hygiene- und Sicherheitsregeln eingehalten haben bzw. weiterhin einhalten.

Wie gehen Sie mit Zukunft und Unsicherheit um?

Unser Ziel ist es die Resilienz des Unternehmens nachhaltig zu stärken. So versuchen wir sehr vorausschauend zu handeln und uns auf mögliche Zukunftsszenarien auszurichten, um zukünftigen Unsicherheiten gut vorbereitet entgegnen zu können. Wir wollen so Chancen ergreifen anstelle nur die Krise zu managen. Dabei wird die Flexibilität in der Umsetzung neuer Arbeitsmodelle für uns eine tragende Säule spielen. Die Umstellung der klassischen Besprechungskultur auf Videokonferenzen hat uns gezeigt, dass dies ein adäquates Mittel ist, um Geschäftsreisen und den damit verbundenen zeitlichen Aufwand auch zukünftig zu minimieren oder in manchen Bereichen gänzlich zu ersetzen. Ein wichtiger Punkt ist es Trends nicht zu verpassen und diese aktiv mitzugestalten und auch weiterzuentwickeln. Nachhaltigkeit ist heutzutage in aller Munde und durch die Corona-Pandemie ein wichtiger Ankerpunkt in unserer Unternehmensstrategie geworden. Mein Vater begann in den 90er Jahren Ökologie mit lösemittelfreie Produkte in der Branche als Leitmotto erstmalig zu besetzen. Heute gilt es, sich nicht nur der ökologischen Nachhaltigkeit verschreiben, sondern auch ökonomisch, technologisch und sozial nachhaltig agieren.

Sie haben bei WHIPLASH Vol.002 darüber gesprochen, dass wir ein Umdenken, vor allem im Bereich Nachhaltigkeit, brauchen. Wie genau sieht dieses Umdenken aus?

Wir benötigen ganzheitliche Ansätze. Uns geht es dabei im Speziellen darum nachhaltig zu wirtschaften. Dies schlägt sich nicht nur in unseren Produkten nieder. Wir sehen bei uns die Verantwortung die gesamte Lieferkette zu berücksichtigen und diese nachhaltig aufzustellen. Dabei geben wir uns nicht zufrieden, indem wir nur umweltfreundliche Produkte herstellen. Die gesamte Kreislaufwirtschaft wird bei der Herstellung und dem Vertrieb unserer Produkte auf den Prüfstand gestellt. Beispielsweise möchten wir als Inverkehrbringer unserer Produkte dafür sorgen, dass die entleerten Gebinde nach dem Gebrauch auf der Baustelle dem Recyclingprozess zugeführt werden, woraus wir wieder neue Verpackungen wie Kanister/Eimer zur Abfüllung unserer Produkte gewinnen können. Wir sind uns bewusst, dass die Erreichung dieses Ziels nur gemeinsam möglich ist. Daher denken und handeln wir verstärkt in Kooperationen und Netzwerken, um bei Themen wie Nachhaltigkeit oder auch der Digitalisierung schlagkräftiger zu sein.