Andreas Reisert

Geschäftsführer AR Systemgastronomie GmbH & Co. KG/ Reisert Restaurant GmbH

Andreas Reisert ist Teil der dritten Generation des Familienunternehmens AR Systemgastronomie GmbH & Co. KG/ Reisert Restaurant GmbH. Das Unternehmen war Anfang der 1970er einer der ersten McDonald’s Franchise-Partner in Deutschland. Heute ist er Geschäftsführer und leitet die insgesamt neun Restaurants in München. Nicht nur in operativer Arbeit im Familienunternehmen lebt er seinen Unternehmergeist aus, sondern auch sonst schaut er gerne über den Tellerrand hinaus. In der Zusammenarbeit mit philoneos, steht er uns als Verbündeter zur Seite und treibt gemeinsame Projekte voran. Damit vereint er als Person exploitative und explorative Ansätze – die gelebte Ambidextrie.
Was war für Dich das ausschlaggebende Argument früh ins Familienunternehmen einzusteigen?

Meine gesamte Kindheit war geprägt von den unternehmerischen Tätigkeiten meiner Eltern. Zielstrebigkeit, die Übernahme von Verantwortung und ein gewisser Freiheitsdrang wurden mir vorgelebt, weshalb es mich auf kurz oder lang vermutlich auch ohne eine Weiterführung des familiären Betriebs in die Selbstständigkeit verschlagen hätte. Ich finde am Familienunternehmertum jedoch sehr reizvoll, Traditionen und Werte der Seniorgeneration unternehmerisch weiterzutragen, während ich parallel meine persönlichen Ideen und Stärken einbringen kann. Insofern bin ich mit der Entscheidung sehr glücklich und freue mich auf das, was noch vor uns liegt.

Wie ermöglicht man als Franchisenehmer eines globalen Unternehmens Innovation individuell zu betreiben?

Meines Erachtens innoviert jede Person mit ihrem Handeln das Unternehmen, in dem sie tätig ist. Ich versuche die Weichen für unsere Mitarbeiter/-innen so zu stellen, dass sie Lust haben sich einzubringen und die Marke gemeinsam zu gestalten. Als Franchise-Partner haben wir beispielsweise die Möglichkeit, Service gegenüber Gästen individuell und lokal zu denken, oder mit einer Elektro- und Hybridquote im Fuhrpark von über 80% ein Zeichen nach innen und außen zu setzen.

Was inspiriert Dich, um auf neue Ideen zu kommen? Wie denkt man innovativ Deiner Meinung nach?

Ich schöpfe viel Inspiration aus meinem Umfeld, beziehungsweise durch die Leute, mit denen ich mich bewusst umgebe. Glücklicherweise habe ich viele kreative Geister und spannende Unternehmer um mich, deren Input ich sehr schätze. Innovation entsteht meiner Meinung nach durch Freiraum und den Drang, Dinge zu bewegen. Auch hier sehe ich jedoch den Austausch mit anderen als essenziell, um Erfahrungen oder Probleme mit bestehenden Strukturen besser durchdringen zu können.

Deine Prognose: Was ist dein Top-Trend der nächsten fünf Jahre?

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Zeitalter des Massenkonsums hinter uns liegt. Besonders in unseren Breitengraden beobachte ich immer mehr Rückbesinnung auf Qualität und bewussteren Konsum in allen Belangen. Ich finde das eine tolle Entwicklung, und auch aus unternehmerischer Sicht wahnsinnig spannend, da viele eigentlich disruptive Geschäftsmodelle der letzten Jahre aktuell beginnen, Altbewährtes neu zu gestalten. So antwortet Netflix mit der neu eingeführten „zufälligen Wiedergabe“ auf die Reizüberflutung seiner Kunden, Amazon positioniert sich mit „Go“ und „Fresh“ im stationären Einzelhandel, den es ursprünglich mit seinem Konzept attackiert hatte.

Wichtigste Prognose zum Schluss: Wer wird Fußball Europameister?

Hoffentlich Deutschland, damit wir das Public Viewing bis zum Schluss auskosten können und danach noch was zu feiern haben.